Vier Schlüssel für sieben Schlösser in Fågelsjö im Hälsingland – Bärenstarker Park voller Bären, Wölfen und Luchsen in Orsa

im Gammelsgard

Heute war ein ausserordentlich schöner Tag. Wir übernachteten in Fågelsjö, am Vogelsee. Neben dem Naturstellplatz für fünf Mobile ist ein altes Gut, das als Museum besichtigt werden kann. Es gehört zu einer Reihe von „dekorierten Häusern“ der Umgebung Hälsingland.
Gammelgard in Fågelsjö

Am Morgen nehmen wir an einer Führung teil. In Schwedisch aber mit einer deutschen Dokumentation.
Die ehemaligen Gutsbesitzer waren so angetan vom Bild auf einer Ansichtskarte von Verwandten aus Amerika, dass sie auf ihrem Grundstück das amerikanische Haus nachbauten. 1910 war es fertig und man schloss die Türe zum alten Haus ab und begann im neuen Haus ein neues Leben. Aller Hausrat mitsamt den Kleidern, Bildern, Möbeln und Schreibgeräten blieb im alten Haus.
Sie waren sich wohl nicht bewusst welchen Schatz sie uns damit hinterliessen. Am meisten beeindruckt hat mich der begehbare Kleiderschrank mit allen Kleidern von damals. Auch die Schuhe der Jahrhundertwende stehen in Reih und Glied. Ein Muff, wie ihn einst meine Grossmutter besass, steckt auf einer Kleiderstange.
Kleiderschrank

In andern Zimmern kann man die Puppenkleider der Kinder bestaunen, auf dem Schreibtisch des Gutsherrn ist noch ein Originalrunenstab, der als ewiger Kalender diente, zu bestaunen.
Eine Ikealampe steht auf dem Pult. Der Gutsherr war privat sehr erfinderisch und kreierte eine Tischlampe, die man in der Höhe verstellen kann.
Modern ist auch das Säubern der Böden. Im Boden kann man ein Loch öffnen und den Dreck nach unten befördern.
Bemaltes Zimmer
Küche

Dies alles verliessen die Leute für ihr neues Heim vis à vis.
Im neuen Heim ist heute ein Café für uns Besucher.

Neben dem Haupthaus ist ein weiteres Highlight, der Speicher.
Der Hausherr, Erfinder und Tüftler hat aus reiner Freude ein Schloss an der Türe montiert, das seines gleichen sucht. Zum Öffnen braucht es vier Schlüssel, einer grösser als der andere . Diese Schlüssel müssen in der richtigen Reihenfolge eingesetzt werden und öffnen so sieben Schliessmechanismen. Es ist eine spannende Sache dabei zuzusehen,was alles wann passiert. Einmal auf und anschliessend wieder zu. Alle Teilnehmer sind gespannt und staunend zugleich.

Schloss des Hausherrn

Nebst Hausbäckerei gibt es noch die Schmiede, in der Erz aus dem nahen Moor verarbeitet wurde. Zuletzt noch die Schreinerei, deren Bijou die Eigenkreation einer Holzmausefalle ist.
Mausefalle

Fogelsjö ist in der Finnmark. Das Wahrzeichen des Dorfes ist ein eigenes Pferd, etwas eigensinniger geformt als das Dalares Pferd und auch speziell bemalt.

Heute fahren wir weiter bis zum Siljansee. Unterwegs weite Strecken durch den Wald, der 50% von Schweden bedeckt, heute gesäumt vom schmalblättrigen Weidenröschen. Das Weiss der Margeritten ist durch das Lila der üppigen Weidenröschenflächen abgelöst worden.

Weidenröschen

In Mittelschweden leben die meisten Bären des Landes. Schon in Strömsund wurde geschrieben, dass nachts öfters Bären im Ort nach Nahrung suchen.
Heute wollen wir Bären auf der sicheren Seite, nämlich im Bärenpark von Orsa besuchen.

Kodiakbär

Die Anlage liegt gut 20 Minuten ausserhalb. Die Fahrt lohnt sich allenthalben. Schöne, weitläufige Gehege sind auf insgesamt 325000 Quadratmeter platziert. Nebst Braun-, und Kodjakbären sind auch der Wolf, der Vielfrass und der Luchs hier zu beobachten. Am besten zu Fütterungszeiten. Nebst den in Schweden vorkommenden Räubern sind noch Eisbären und Tiger in eigenen Gehegen.
Icebjörn

Bärenmutter

Die Braunbärin tollt mit ihren drei Jungen durch den Wald und kommt zu den Stellen, wo extra Beobachtungsposten gebaut wurden.

Dem Luchs können wir bei der Fütterung zuschauen. Der Wärter erzählt uns allerhand zu diesen Tieren. Dass sie hier im Park heute Pferdefleich erhalten haben und dass sie in der Natur gerne Hirsche und Rentiere jagen. Bei den Samen im Norden ist der Luchs darum nicht gerne gesehen.
Lynx

Luchs

Der Luchs tötet indem er dem grösseren Tier mit seinem recht kleinen Fang in die Kehle beisst und es so erstickt.
Der Luchs rennt seiner Beute höchstens 60 Meter hinterher. Hat er es bis dahin nicht erwischt, schont er seine Kräfte für einen einfacheren Einsatz.

Als letztes Tier hat uns das Wolfsrudel seine Ehre erwiesen. Alle drei haben eine Ehrenrunde am Spazierweg vorbei gedreht und aus den Augenwinkeln beobachtet, was sich da tut. Dann sind alle drei wieder im Dickicht verschwunden.

Wolf

Den Vielfrass haben wir nicht gesehen. Dem war es zu heiss, denke ich.

Feierabend, heute auf einem riesigen Camping in Orsa am See. Eine neue Erfahrung. Besonders nach soviel Wildnis im Norden. Grillduft, spielende Kinder, aber eine zufriedene Stimmung.

Hejdo

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